Der Klang von Audiodateien von Festplatten über Clients zu Verstärker und Lautsprecher - und dann übers Ohr ins Hirn.
Warum überhaupt Audiodateien auf Festplatte? Neben Bequemlichkeit (Aufstehen, CD-Wechseln entfällt) und Flexibilität (einfach auf Stick mitnehmen) spielt vor allem die Reduzierung des "Jitters" eine Rolle, d.h. der Größe der zeitlichen Abweichung des tatsächlichen Signals vom Sollwert. Jitter kann dazu führen, daß dieselbe Quellinformation, z.B. eine CD, auf verschiedenen Systemen unterschiedlich klingt. Wird eine digitale Audioquelle, eine CD, im Augenblick der Wiedergabe erst abgespielt - oder im Augenblick der Abtastung sofort wiedergegeben -, so kann Jitter dazu führen, daß die digitalen Informationen ("logische Zustände") falsch ausgelesen werden, so daß ein "falscher Klang" wiedergegeben wird. Trennt man Auslesen und Wiedergabe zeitlich durch Speicherung der ausgelesenen und Wiedergabe der gespeicherten Daten, tritt dieser Fehler nicht auf, vorausgesetzt, die Abtastung bei der Speicherung geschieht sorgfältig (hochwertiges Laufwerk, geringe Auslesegeschwindigkeit, mehrfaches/redundantes Auslesen bzw. Vergleich mit anderen Auslesevorgängen). Im Resultat verbessert sich der Klang - das allerdings nur, wenn die Wiedergabe auch denselben audiophilen Ansprüchen genügt.
Wenn Sie Ihre qualitativ hochwertigen Audiodateien auf der Festplatte nicht mehr über die im Computer/Notebook eingebauten "Lautsprecher" oder an ihn angestöpselte "Brüllwürfel" hören, sondern über Ihre Kette zum Klingen bringen wollen (das haben Ihre Ohren verdient), gibt es verschiedene Wege zur Seligkeit.
1. Wir nutzen den Computer selbst als Quelle, verwenden die eingebaute oder eine externe Soundkarte, die wir mit dem Verstärker verbinden, um die digital gespeicherten Informationen in analoge Töne umzuwandeln, und spielen mit einer geeigneten Software (z.B. Windows Media Player, Foobar, Monkey, J. River Media Player) die Dateien ab.
Dieser Weg ist der einfachste und preiswerteste, zugleich der qualitativ geringwertigste, denn die eingebauten Soundkarten haben keine hochwertigen Digital-Analog-Wandler (DAC), und der umständlichste, denn der Computer muß fast direkt neben dem Verstärker stehen, wo er parallel seine eigenen Geräusche zu Gehör bringt.
Qualitativ erträglicher wird es, wenn eine hochwertige interne Soundkarte (wie z.B. die auch im Meridian Sooloos verwendete RME Hammerfall 9632) oder eine externe Soundkarte eingesetzt wird; an der Umständlichkeit des Verfahrens ändert sich aber nichts.
Eigenständige Audio-Geräte sind hier, leicht ersichtlich, gar nicht nötig (hochwertige Kabel einzusetzen ist Geldverschwendung). Umständlich ist es auch, denn die komplette Steuerung erfolgt vom Computer aus.
2. Wir nutzen nicht mehr die Soundkarte, sondern einen externen DAC, verbinden aber weiterhin den Computer mit der Kette und spielen mit der Computersoftware ab.
Dieser Weg reduziert oder beseitigt (je nach verwendetem DAC) die qualitativen Mängel der Computersoundkarte, ist entsprechend teurer, bleibt aber weiterhin umständlich, da immer noch über den Computer gesteuert wird, und störend, da der Computer immer noch nahe am Verstärker bzw. dem DAC stehen muß.
Externe DACs gibt es in den verschiedensten Preislagen, oft auch von Herstellern der anderen Komponenten (Music Hall, Electrocompaniet, Benchmark). Einen interessanten Sonderweg bei der Verbindung beschreitet dCS mit der Puccini/U-Clock-Kombination, die via USB an den Rechner angeschlossen wird und diesem den wichtigen Zeittakt mit "asynchronem USB" vorgibt. Dasselbe praktizieren mittlerweile auch MBL mit dem mbl 1611F oder Ayre mit dem QB-9 USB. Alle Geräte tragen allerdings ein stolzes Preisschildchen (etwa 18.000 €, 17.000 € bzw. 3.000 €).
3. Wir verbannen den Computer aus der Nähe der Kette, indem wir ein Netzwerk einsetzen (kabelgebunden - LAN - oder kabellos - WLAN -). Der Computer liefert nun mittels einer Serversoftware die digitalen Audiodaten per Kabel oder Funkwelle an ein Abspielgerät (Netzwerk-Client), das direkt oder mithilfe eines dazwischen geschalteten DAC den Verstärker speist.
Dieser Weg beseitigt die Umständlichkeit, daß der Computer neben der Kette stehen muß, und damit zugleich seine störende Geräuschentfaltung, und ist je nach Client oder angehängtem DAC von guter bis exzellenter Qualität. Allerdings muß die Serversoftware auch das verwendete Dateiformat (im audiophilen Bereich ist das verlustfreie Kompressionsformat FLAC verbreitet; mit mp3 gibt man sich hier nicht ab) verstehen und dekodieren. Die Bequemlichkeit nimmt bei dieser Lösung zu, denn der Client läßt sich per Fernbedienung (manchmal schon "control unit" getauft) oder via iPod/iPhone steuern.
Beispiele dieser Konstruktion sind die Logitech Squeezebox / Duet / Transporter oder der Sonos ZonePlayer. Bei beiden Firmen gibt es mittlerwiele auch Geräte für den "Alleinbetrieb": die dänische Firma Sumoh baut Vollverstärker für die Squeezebox Classic oder Duet, in den Peachtree Nova kann der ZonePlayer 90 sogar direkt eingeschoben werden.
4. Bisher muß immer noch der Computer laufen, um die Daten von der Festplatte zum Client zu befördern. Wir können diese Geräuschquelle und diesen Stromverbraucher ausschalten, indem wir ein direkt netzwerkfähiges Festplattensystem (Network Attached Storage - NAS) einsetzen, das gleichzeitig die Serversoftware beherbergt und nebenbei auch für eine höhere Sicherheit der gespeicherten Daten sorgt (RAID-Technik).
Diese Erweiterung reduziert den Lärmpegel und den Strombedarf von etwa 180-200 W Leistungsaufnahme des Computers auf 30-40 W Leistungsaufnahme für das NAS.
Ein Beispiel hierfür ist das ReadyNAS von Netgear, auf dem z.B. auch die Serversoftware für die Logitech Squeezebox läuft. Die Sonos ZonePlayer bringen ihre eigene Software mit und greifen nur noch auf die Daten zu.
[Alternativ zu einem NAS können wir auch einfach eine externe Festplatte via USB an den Router anschließen, wenn dieser dafür ausgelegt ist und die Platte im Netz zur Verfügung stellen kann. Allerdings entfällt bei dieser preiswerteren Lösung dann auch die zusätzliche Sicherheit durch den RAID-Betrieb.]
5. Arbeitserleichternd ist ein Gerät, das auch die Umwandlung der originalen CD-Musik in digitale Form („Rippen“) automatisch erledigt, denn bisher mußten wir voraussetzen, daß die Audiodaten bereits vorlagen, also per Hand auf die Festplatte gespielt wurden.
Beispiel hierfür ist das Gerät RipNAS, das neben seiner Funktion als Speichermedium (NAS mit RAID) das Rippen automatisiert und unter Windows läuft. Es ist neuerdings auch in einer Version mit lautlosem Solid State Speicher anstelle von Festplatten erhältlich, das dann direkt, ohne Netzwerkverbindung, an die Kette angeschlossen werden kann, ohne mit Lüfterlärm zu stören.
6. Das letzte Tüpfelchen auf dem "i" (und entsprechend kostspielig) ist das ultimative Musik-Serversystem, das die automatisch eingelesenen CDs oder per PC übertragenen Audiodateien auf NAS speichert, einen berauschenden Klang hat und per Touchscreen mit dem Finger intuitiv bedient wird. Vergessen ist alles Netzwerk-Rechner-Betriebssystem-Serversoftware-CD-Rip-Gefummel (der wahre Fan wird allerdings lieber selber rippen).
So etwas hat die kürzlich von Meridian gekaufte Firma Sooloos im Angebot, für schlappe 12.500 € im Vollausbau.
Das haben wir nicht in der Vorführung.
Was wir Ihnen vorführen können, finden Sie auf der nächsten Seite.
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